Die besondere Qualität von alten Hölzern zahlt sich aus

Thermoholz

Natürlich müssen Bauherren aufs Geld achten! Nur wenige Menschen sind so wohlhabend, dass sie nicht überlegen, welche Materialien zu welchen Preisen in ihren Projekten verbaut werden können.

Aber ein Beispiel einer Terrasse, die mit sogenanntem Thermoholz gestaltet wurde, beweist: Wer am falschen Ende beim Material oder beim Bauunternehmer sparen will, zahlt drauf. Oberflächlich gesehen war der Terrassenbelag in Ordnung, doch eine nicht fachgerechte Verlegung und eine Holzbehandlung, die wichtige Eigenschaften des Holzes außer Acht ließ, sorgten dafür, dass nach weniger als einem Jahr die Terrasse wieder abgerissen werden musste.

Das ist ärgerlich, sowohl für den Unternehmer, der Vertrauen verspielt hat bei seinen Kunden, wie auch für die Kunden, die eigentlich ihre Terrasse genießen wollten, aber wegen erneut notwendiger Bauarbeiten genau dies nicht können.

Wer minderwertiges oder ungeeignetes Holz auch noch falsch behandelt, bekommt die Quittung. Immer.

Was ist Thermoholz und was muss man bei der Bearbeitung beachten?

Ist Holz geschlagen und wird weiterverarbeitet, kann es von Pilzen befallen werden oder auch von Schadinsekten, die sich von Totholz ernähren. Die Thermobehandlung soll genau das verhindern.

Thermoholz wird dabei hoch erhitzt, je nach Verfahren auf 170 oder bis zu 250 Grad Celsius. Das Verfahren ist kompliziert, beginnt mit einer sogenannten Ersterwärmungsphase, anschließend wird die Holzfeuchte reduziert, dann die maximale Temperatur angepeilt. Daran anschließend erfolgt in der sogenannten Konditionierungsphase eine Wiederherstellung des Feuchtigkeitsniveaus, das als optimal für die Holzart gilt. Der gesamte Prozess endet mit einer Abkühlungsphase.

Hat Thermoholz diese mehrstufige Behandlung durchlaufen, mögen es anschließend weder Pilze noch Insekten, ein Befall findet nicht mehr statt. Soweit die gute Nachricht. Allerdings verliert Holz eine seiner wesentlichen Eigenschaften, nachdem es so hoch erhitzt wurde: Es wird spröde.

Lebende bzw. unbehandelte Hölzer zeichnen sich durch eine hohe Elastizität aus. Gerade diese Materialeigenschaft ist es, die es Bäumen möglich macht, einen starken Wind oder gar einen Sturm zu überstehen: Sie biegen sich unter dem Winddruck weg und schnellen anschließend in die Ausgangslage zurück.

Bei Thermoholz muss beachtet werden, dass die Sprödigkeit dazu führt, dass es reißt, sobald man beispielsweise zur Befestigung auf einem Untergrund Klammern, Haken, Clips oder Ähnliches einschlägt.

Firmen, die mit Thermoholz arbeiten, müssen beachten, dass hitzebehandeltes Holz spröde wird, und dürfen dementsprechend weder Metallteile darin einschlagen, um es zu fixieren, noch es dort verarbeiten, wo Holz elastisch nachgeben muss: in Böden. Thermoholz eignet sich durchaus für die Verblendung von Fassaden, die keinen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Als Bodenbelag ist es jedoch ungeeignet.

Gibt es Holzarten, die ohne Thermo-Behandlung resistent gegen Pilze und Schädlinge sind?

Ja, beispielsweise Bangkiraiholz ist nicht anfällig gegen derartigen Befall. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Holzart, die aus den Tropen stammt. Bangkirai ist ein Tropenholz, mit dessen Anbau und Einschlag erhebliche Beeinträchtigungen der Umwelt einhergehen. Wer nachhaltig denkt und handeln will, verwendet solches Holz nicht.

Beispielsweise die von pur natur verwendeten alten Douglasien Stämme, die aus dem Schwarzwald stammen, sind aufgrund der Art des Holzes und ihres Alters resistent gegen Pilz- und Insektenbefall.

Es gibt also durchaus eine nachhaltige Alternative zu Tropenholz, wenn man aus den oben genannten Gründen kein Thermoholz in Bodenoberflächen verbauen will, aber Wert darauf legt, dass weder Insekten noch Pilze einen Bodenbelag angreifen.